Ernst Moritz Krug, Gärtnermeister und königlich - sächsischer Samenlieferant verzog 1891 von Meerane nach Kahla und kaufte am Rande der Stadt eine kleine Gärtnerei. Im Jahre 1907 erhielt er per Handschlag den Bürgerbrief der Stadt Kahla. Er baute den kleinen Betrieb zur “Kunst - und Handelsgärtnerei” aus. Sein Sohn Hermann, gelernter Buchhalter im Porzellanwerk erlernte den Beruf des Gärtners und erhielt im Jahre 1938 den Meisterbrief und übernahm den Betrieb des Vaters. Auch im Krieg wurden Blumen und Gemüse produziert und in dem kleinen Laden am Haus an die Bürger der Stadt verkauft. Auch die Zeit nach dem Krieg und die kommunistische Mangelwirtschaft überlebte der Familienbetrieb unbeschadet und wurde ständig, wenn auch mit einfachen Mitteln, weiter modernisiert. Hermann´s Sohn Ehrhardt erlernte in der Gärtnerei Spiegel in Saalfeld den Beruf des Gärtners. Danach arbeitete er einige Jahre im Westen. Nach seiner Rückkehr arbeitete Ehrhardt im Volkseigenen Gartenbau in Gera. Später qualifizierte er sich zum Gärtnermeister und zum Gartenbauingenieur und arbeitete in Kahla. Mittlerweile war die kleine Stadt Kahla gewachsen und der Betrieb lag mitten in der Stadt. Ehrhardt und seine Frau Ulla bauten den Einzelhandel aus, ein kleines Verkaufsgewächshaus wurde gebaut. Nebenher entwickelte sich die Anzucht und der Versand von Jungpflanzen, wie Asparagus, Primeln, Grünpflanzen und auch Tabak für die Landwirtschaft. Im Jahre 1987 entschieden sich die Tochter Bettina und der Schwiegersohn Tom in den elterlichen Betrieb einzusteigen. Bettina, gelernte Kellnerin, die eigentlich Wirtschaftswissenschaften studieren wollte und Tom, gelernter Rundfunk- mechaniker begannen gleichzeitig neue Berufswege zu beschreiten. Bettina lernte in der GPG in Pößneck den Beruf der Blumenbinderin (heute Floristin) und Tom im (schwieger)elterlichen Betrieb den Beruf des Gärtners. Die Meisterausbildung beider folgte auf dem Fuße. Bettina war Jahrgangsbeste in ihrer Meisterklasse und Tom erreichte einen Abschluss mit "Sehr gut".
Mittlerweile waren ein paar Tage in´s Land gegangen, und die politische und wirtschaftliche Situation hatten sich vollständig geändert. Die verträumte Stadt Kahla lag plötzlich mitten im "Westen", also in der Bundesrepublik Deutschland. Also mussten wieder neue Wege gesucht und beschritten werden. Die Gärtnerei war zwar für "Ostverhältnisse" modern, konnte aber gegen die um ein vielfaches moderneren Betriebe z. B. in Holland nicht mithalten. Also entschlossen wir uns, uns auf den Blumeneinzelhandel zu spezialisieren. Ein "Lernaufenthalt" Bettinas in einem Blumengeschäft in Hessen über mehrere Wochen sollte uns neue Einblicke in den westlichen Blumenhandel bringen. Nach ein paar Wochen sagte sie: DAS KÖNNEN WIR AUCH! und es wurde angepackt. Ein ehemaliges Produktionsgewächshaus wurde zur Verkaufsfläche um- und ein Ladengeschäft für die Schnittblumen angebaut. Nicht zu vergessen, der Neubau einer eigenen Parkfläche. Alle Bauarbeiten wurden, so gut es ging, in Eigenleistung ausgeführt.
Die weitere Geschichte war sowohl wechselhaft wie auch turbulent und ist auf den anderen Seiten in Kurzfassung enthalten.

wird fortgesetzt